Unterschiede der Permakulturen: Sepp Holzer - Bill Mollison?

Hier werden die verschiedenen Vorgehensweise bei der Planung des Geländes besprochen

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Unterschiede der Permakulturen: Sepp Holzer - Bill Mollison?

Beitragvon Manfred » 06.07.2007, 14:27

Hallo,

weil dieses viel berittene Thema gerade wieder aufgetaucht ist:
Was ist denn der große Unterschied zwischen den beiden Systemen?
Mir hat er sich bisher nicht erschlossen.

Viele Grüße,
Manfred
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Beitragvon kraut_ruebe » 06.07.2007, 14:35

ich behaupte mal, der hintergrund, die idee, das miteinander-arbeiten mit der natur, ist bei beiden vorhanden.

bill mollison hat sich viel tiefer mit der materie befasst, sepp holzer ist uns leichter verständlich, weil aufs europäische klima bezogen.

meine ganz rein persönliche meinung ist: sepp holzer ist leider alles andere als ein sympathieträger, was sein wissen äusserst negativ überlagert.
Liebe Grüße Angela

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Beitragvon Manfred » 06.07.2007, 14:52

Hallo Angela,

Mollison liegt mir wegen seiner analytischen Art auch ganz gut. Beim lesen seines "Permaculture: A Designers`Manual" wird der Unterschied in der Herangehensweise schnell offensichtlich. Holzer ist halt ein ganz anderer Typ und wohl auch leicht auf die Palme zu bringen. Persönlich keine ich beide leider nicht.
Ich bezog die Unterschiede immer auf die praktische Anwendung. Mollison (natürlich eingeschränkt auf mitteleuropäische Verhältnisse) im Vergleich zu Holzer.
Der Unterschied in der Persönlichkeit leuchtet mir sofort ein. Aber wo ist der Unterschied in der Durchführung?

Viele Grüße,
Manfred
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Beitragvon zaunreiter » 06.07.2007, 15:40

Da ich fast alle Bücher von Holzer und das Standardwerk von Mollison kenne, wage ich mal eine Antwort:

Holzer beschreibt, was er wie macht, um seine Permakultur zu betreiben.

Mollison gibt einem Werkzeug an die Hand, um sich selbst ein permanentes System aufzubauen. Dabei berücksichtigt Mollison nicht nur große Lösungen (Landwirtschaft), sondern auch kleine Lösungen. Und er bezieht die Menschen in seine Systeme ein. Im Gegensatz zu der hier vorherrschenden Meinung empfinde ich Holzer als sehr regional (auf seine Gebirgswelt bezogen, mit seiner Verfügbarkeit an Raum und Ressourcen), während Mollison eine Lösungshilfe für alle Klimas und Ressourcenverfügbarkeiten aufstellt.

Allein der analytische Ansatz Mollison's sind für spezielle Situationen und Problemstellungen sehr hilfreich. Seine im Buch vorgestellten Ideen sind nur Beispiele und Richtweiser, wie seine Hilfen umgesetzt werden können.

Ich empfinde Mollison als hilfreicher als Holzer, da Holzer's Gebirgswelt mir genauso fremd sind - bezogen auf meine Situation - wie die Reisfelder Fukuoka's. Ist also keine Praxishilfe, nur eine Denkhilfe.

Was nachher rauskommt:

Beim Vorgehen Holzer's kommen immer Hügelbeete, Baggeraktionen und Schweineställe hinten raus. Egal wie die Situation und Ressourcenverfügbarkeit ist.

Bei Mollison kann bei entsprechender Situation auch sowas rauskommen, aber eben nicht immer. Sondern immer nur dann, wenn es auch der Situation entspricht.
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Beitragvon kraut_ruebe » 06.07.2007, 16:12

ich empfinde es so:

mollison möchte ein gesamtergebnis, die selbsterhaltende anbaukultur, haben und sucht alle diejenigen wege, die dorthin führen können.

holzer hat einzelne vorgänge beobachtet rund um einzelne pflanzen, tiere oder landschaften und hat diese festgehalten. die summe all dieser vorgänge ist eine form von permakultur, er bezeichnet sie inzwischen als 'holzersche permakultur'.
Liebe Grüße Angela

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Beitragvon Bunz » 07.07.2007, 04:16

Holzer schreibt, was ER macht, Mollison schreibt, was MAN macht.
lg
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Beitragvon hazel » 12.07.2007, 09:24

Habe gerade das im Internet gefunden. Finde ich mal ganz interessant.

http://www.jena-hof.at/neu/content.php? ... &kz=1&m1=1
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Beitragvon AdDigDifWorld » 12.07.2007, 09:40

Hab auf dieser Seite auch schon rumgelesen, aber ganz ehrlich: ich will mir selber ein Bild machen. Ich bin Anfang August auf Holzers Hof, will unvoreingenommen und mit offenen Sinnen hingehen, das Wichtige für mich rausziehen. Es wird ihm ja so einiges vorgeworfen... Auf der Seite kann man die Sichtweisen anderer Leute lesen. Ich spreche ihnen auch nicht ab, dass das ihre Wahrheit ist, ihre Sicht. Andere haben vielleicht wieder eine ganz andere. Holzer mit Sicherheit. Ich mag mir da wirklich kein Urteil erlauben. :001:

Viele Grüße,
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Beitragvon Manfred » 12.07.2007, 12:08

Hallo,

@Adrian: Gibt es doch noch Führungen auf dem Hof?

@hazel: Ich bin auch vor einiger Zeit über diese Seite gestolpert. Mir kommt sie etwas zwielichtig vor. Natürlich kann man Holzer vorwerfen, dass der Obstbäume für 70€ (hörensagen) verkauft, die anderswo bei der gleichen Menge für 5 € zu haben sind. Und dass der für Bertung Stundensätze wie ein Anwalt oder Wirtschaftsberater nimmt.
Andererseits: Wieso nicht? Warum soll jeder Bauer für 2,50 € die Stunde arabeiten? Warum soll er nicht die gleichen Sätze wie Anwälte und Co. verlangen, wenn seine Kunden diese bezahlen?
Einfach im Umgang ist Holzer sicher nicht, wenn man nicht seiner Meinung ist. Dazu braucht man ja nur sein Buch "Der Agrar-Rebell" zu lesen ;-)
Aber wenn jemand derart naiv an so ein Projekt geht, dass er (in dem Fall Sie) nicht mal ein paar Infos einholt und Preise vergleicht, sich Gedanken macht, welche Arbeit in so einem Projekt steckt, muss er sich schon ein paar Rückfragen gefallen lassen.
Holzer scheint ja ganz gerne in Kreisen zu Arbeiten, wo Geld keine so große Rolle spielt (siehe die Projekte in Schottland und Spanien). Wenn ich kein Geld habe und meine da mitspielen zu müssen, bleibt es halt nicht aus, dass es mich auf den Hintern setzt.
Die Wahrheit wird evtl. mal wieder irgendwo in der Mitte liegen. Ich zweifele an beiden Seiten. Was Sache ist und war werden wir eh nie erfahren.

Ich zitiere mal aus Peter Steffens neuem Recycling(im Sinne der Wiederverwendung bereits in anderen Büchnern reichlich verschlissenen Materials)-Buch "Der Agrar-Rebell und seine neuen Projekte":

Seite 150:
"So wie im Fall des Jena-Hofs von Gertrud Barrada, die aus ihrem Unvermögen Kapital zu schlagen versucht und dabei keine Gelegenheit auslässt, Sepp Holzer zu verleumden.
Alleine der Versuch Frau Barradas, eine erotische Note in die Auseinandersetzung einbringen zu wollen, zeigt die gekränkte Eitelkeit einer abgewiesenen Frau, die auch die wahre Ursache für alle weiteren Verleumdungen gegen Sepp Holzer sein dürfte."

Ich denke daran lässt sich die Qualität dieses Streits gut ablesen. :mrgreen:

Mich interessiert mehr der Holzer-Hof und die dort angewandten Verfahren. Ich will ihn ja nicht heiraten.

Viele Grüße,
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Beitragvon AdDigDifWorld » 12.07.2007, 12:21

Manfred hat geschrieben:Mich interessiert mehr der Holzer-Hof und die dort angewandten Verfahren. Ich will ihn ja nicht heiraten.


LOL! :mrgreen: Genau das denke ich mir auch. Ich glaub auch, dass Herr Holzer einfach ein eigener Typ ist, mit dem nicht gut Kirschen essen ist, wenn man ihm auf den Schlips tritt. Aber da gibt's noch mehr von der Sorte, da ist er nicht allein. Und wenn er ein so findiger Geschäftsmann ist und Geld aus dem macht, was er hat und was er tut, wer will es ihm übel nehmen? Es muss ja auch immer Leute geben, die das bezahlen.

Dazu zähle ich auch, wenn ich seinen Hof besuche. Das ist mir bewusst, aber ich geh ja auch nicht hin, um mir einen Guru anzusehen, sondern seine "Errungenschaften" zu studieren. Muss ich selber wissen, ob es mir das Geld wert ist.

Die Tagesexkursion kostet 95 Euro, darin sind Getränke, Kaffee und Kuchen und eine Publikation meiner Wahl aus seinem Sortiment inbegriffen, außerdem kann man sich Samen mitnehmen. Es werden an diesem Tag etwa 8 km Gelände begangen. Ob es sich gelohnt hat, weiß ich erst, wenn es rum ist, aber ich möchte bewusst verschiedene Höfe und Gärten besichtigen und verschiedene Methoden studieren.

Es wird ihm ja auch vorgeworfen, dass es gar nicht stimmt, dass er da Zitrusbäume usw. anbaut, aber gut, das ist wie mit den Klimaforschungen: auch hier werde ich selber nicht beurteilen können, was wahr ist...

Ich werde berichten, wenn ich dort war!

Viele Grüße,
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Beitragvon kraut_ruebe » 12.07.2007, 14:55

hi,

ich rate dir, das buch: "sepp holzers permakultur - praktische anwendungen für garten, obst und landwirtschaft" auszuwählen, das ist recht brauchbar und enthält relativ wenig behördenstreitkram.

zitrusbäume im garten sind kein problem: die dreiblättrige orange hält gute 20 minusgrade aus, die hab ich gemeinsam mit der osage-orange auch draussen ohne probleme im winter - die dreiblättrige hat er glaub ich.

wenn du dich für hügelbeete, sonnenfallen und alles rund ums wasser interessierst, wirst du schon einiges interessantes erfahren.

was du ihm auf jeden fall abschauen kannst, ist, wie man mit PK geld verdient - auch eine form der selbstversorgung :mrgreen:
Liebe Grüße Angela

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Beitragvon Hardy » 12.07.2007, 15:29

kraut_ruebe hat geschrieben:

was du ihm auf jeden fall abschauen kannst, ist, wie man mit PK geld verdient - auch eine form der selbstversorgung :mrgreen:


:lol: :lol: Der war gut... :D
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Beitragvon hazel » 12.07.2007, 16:39

Ich wollte damit auch keine Bewertung treffen, steht mir auch nicht zu. Ich kenne weder Sepp Holzer noch die anderen, war nur erstaunt auch mal solche Worte zu lesen. Ich muß gestehen, daß ich mich eigentlich erst jetzt mit Permakultur befasse :oops: , bin mehr durch die Selbstversorgung hierher gekommen.
Adrian, ich bin schon neugierig auf Deinen Besuchsbericht im August!
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Beitragvon Bunz » 12.07.2007, 19:41

Hallo Manfred, hallo Adrian,
ich freue mich auch auf Eu're Berichte vom Holzer-Hof.
lg
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Beitragvon AdDigDifWorld » 12.07.2007, 20:37

@Angela: Dieses Buch war auch das einzige, das bislang in Frage kam, hab aber noch nicht alle seine Bücher in der Hand gehabt. Danke für den Tipp!

Genau, Hügelbeete, Sonnenfallen sind meine derzeitigen Themen. :-)

@Hazel: Ich hoffe nicht, dass ich Dir vermittelt habe, dass Du mit Deinem Posting eine Bewertung abgegeben hast!! Das habe ich so nicht verstanden und wollte auch nicht diesen Eindruck erwecken!

Bericht ist versprochen! 8)

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